Wie die heimischen Preiselbeeren der Antiobiotika-Resistenz entgegenwirken können

 

 

 

 

Neue Untersuchungen haben ergeben, dass Preiselbeer-Moleküle Bakterien für Antibiotika empfänglicher machen, und zeigen einen doppelten Wirkmechanismus auf.

Preiselbeeren können versteckte Kräfte haben, wenn es darum geht, Bakterien zu bekämpfen.

Sowohl die Zentren für die Kontrolle und Prävention von Krankheiten (CDC) als auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) betrachten Resistenz gegen Antibiotika als „globales Problem der öffentlichen Gesundheit“.

Der übermäßige Einsatz von Antibiotika sowohl bei Menschen als auch bei Tieren hat zur Entstehung von arzneimittelresistenten „Superbugs“ [„Monsterbazillen“] geführt. Überbevölkerung, globale Migration und schlechte sanitäre Einrichtungen sind nur einige der Gründe, warum das Problem der Arzneimittelresistenz eskaliert ist.

Einige Forscher gehen sogar so weit, davor zu warnen, dass „wir kurz davor stehen, in eine preantibiotische Ära zurückzukehren, in der geringfügige Infektionen wieder tödlich werden können“.

Die Preiselbeere ist nicht zu verwechseln mit der roten Johannisbeere. Die Außenhaut der Preiselbeere (siehe Bild) ist dunkler während die rote Johannisbeere knallrot-glänzent erscheint.

 

 

 

 

 

In diesem Zusammenhang haben Wissenschaftler versucht, innovative und manchmal unkonventionelle Lösungen zu finden, indem sie sich Insekten oder sogar Fischschleim zuwandten, um Verbindungen zu finden, die für Superbugs tödlich sein könnten.

Mittlerweile haben Forscher der McGill University in Quebec in Zusammenarbeit mit dem ‚Institut National de la Recherche Scientifique‘ (INRS) in Montreal – beide in Kanada – beschlossen, das Potenzial von Preiselbeeren zur Bekämpfung von Infektionen zu untersuchen.

Nathalie Tufenkji, Professorin für Chemieingenieurwesen an der McGill Universität, ist die Hauptautorin der Studie. Prof. Tufenkji und Kollegen stellten fest, dass ein Preiselbeer-Extrakt Bakterien gegenüber Antibiotika empfänglicher machen kann. Die Autoren veröffentlichten ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift ‚Advanced Science‘ [Angewandte Wissenschaften].

 

 

 

 

 

Preiselbeer-Extrakt stoppt die Antibiotikaresistenz

Die weit verbreitete Überzeugung, dass Preiselbeersaft bei der Behandlung von Harnwegsinfekten (HWI) hilft, veranlasste Prof. Tufenkji und ihr Team, Preiselbeeren näher zu untersuchen. Daher wählten die Wissenschaftler für ihre Studie Harnwegsinfektionen-, Lungenentzündung- und Gastroenteritis-verursachende Bakterien, darunter Proteus mirabilis, Pseudomonas aeruginosa und Escherichia coli.

Sie brachten Preiselbeer-Extrakt auf Bakterienkulturen auf und stellten fest, dass die Preiselbeer-Moleküle die Kulturen auf zweierlei Weise für Antibiotika empfänglicher machten.

Erstens machte Preiselbeer-Extrakt die Membranen der Bakterien für das Antibiotikum durchlässiger. Zweitens störte der Preiselbeer-Extrakt den Mechanismus, den Bakterien normalerweise zur Eliminierung des Antibiotikums verwenden.

„Wenn wir die Bakterien im Labor mit einem Antibiotikum behandeln, werden sie im Laufe der Zeit resistent“, berichtet Prof. Tufenkji.

„Als wir die Bakterien jedoch gleichzeitig mit einem Antibiotikum und dem Preiselbeer-Extrakt behandelten, entwickelte sich keine Resistenz. Das hat uns sehr überrascht, und wir sehen darin eine wichtige Chance.“

Die doppelte Wirkung des Preiselbeer-Extrakts machte ihn auch bei niedrigeren Dosen wirksam. Nachdem die Wissenschaftler diese Mechanismen in Zellkulturen entdeckt hatten, replizierten sie ihre Ergebnisse in einem Insektenmodell.

„Das sind wirklich aufregende Ergebnisse“, erklärt der Co-Autor der Studie, Éric Déziel, Professor für Mikrobiologie am INRS. „Die Aktivität wird durch Moleküle namens Proanthocyanidine erzeugt. Es gibt verschiedene Arten von Proanthocyanidinen, die möglicherweise zusammenwirken, um dieses Ergebnis zu erzielen.“

„Wir müssen weitere Forschung betreiben, um herauszufinden, welche am aktivsten in Synergie mit dem Antibiotikum sind“, fügt Prof. Déziel hinzu.

Prof. Tufenkji äußert sich ähnlich, indem sie sagt: „Wir sind gespannt darauf, diese Forschung weiter voranzutreiben. Wir hoffen, die in der Human- und Veterinärmedizin erforderlichen Antibiotikadosen im Rahmen der Bemühungen zur Bekämpfung der Antibiotikaresistenz reduzieren zu können.“

 

 

https://medizin-heute.net

 

 

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