Seltener Lavasee in der Antarktis entdeckt

 

 

 

 

 

Im Schlund des Vulkans Mount Michael im Südpolarmeer schlummert ein See aus Lava – umgeben von Eis. 30 Jahre lang waren Forscher auf seiner Spur, nun knackten Satellitenaufnahmen das Rätsel.

 

 

 

 

Aufnahme des Satelliten Landsat 8: Der blaue Bereich des Falschfarbenbilds entlarvte den See

Aufnahme des Satelliten Landsat 8: Der blaue Bereich des Falschfarbenbilds entlarvte den See

 

 

 

 

Dass etwas anders ist am Mount Michael, vermuten Forscher schon seit Jahren, nun sind sie sicher: Am Kraterboden der Vulkaninsel im Südpolarmeer brodelt ein See aus Lava – umgeben von Eis. Das Phänomen ist noch weitgehend unerforscht. Laut der Nasa sind bisher nur sieben solcher Seen auf der ganzen Welt bekannt, in denen sich zwischen den Ausbrüchen Lava staut.

Der Mount Michael ist ein aktiver Vulkan und gehört zu den britischen South Sandwich Inseln – einer der am schwersten zu erreichenden Gegenden der Welt. Die unbewohnten Eilande heißen nicht etwa Sandwich Inseln, weil sie wie belegte Brote geformt sind, ihren Namen verdanken sie dem vierten Grafen von Sandwich.

 

 

 

 

 

Satellitenaufnahmen hatten bereits in den Neunzigerjahren eine Temperaturanomalie am Mount Michael aufgespürt. Doch die Auflösung der Bilder war zu schlecht, um wirklich sicher zu sein, was dahinter steckt.

 

 

 

Bis heute ist es schwer, aus dem All in den Krater zu spähen, weil oft Wolken oder vulkanische Asche den Blick versperren. Doch in den vergangenen Jahren gelangen gleich drei modernen Satelliten hochauflösende Aufnahmen direkt in den Schlund des Vulkans. Das Bild oben stammt vom Nasa-Satelliten Landsat 8 und wurde Anfang Januar 2018 aufgenommen. Für die Aufnahme wurde nicht das gesamte Lichtspektrum genutzt, sondern nur rotes, kurzwelliges Infrarotlicht.

Die thermische Anomalie im Inneren des Kraters erscheint blau, der Schnee rot und die Wolken grau. Die Forscher konnten auch die Temperatur der ungewöhnlichen Struktur bestimmen: Die hellblauen Bereiche sind 284 bis 419 Grad Celsius heiß. Darunter liegt wahrscheinlich noch deutlich heißere, flüssige Lava.

Dieses Bild zeigt denselben Vulkan im natürlichen Lichtspektrum, wie es auch Menschen wahrnehmen. Der Lavasee ist darauf nicht zu erkennen.

 

Nur bei Infrarotlicht offenbart sich der heiße Kern

 

 

Die Forscher schätzen, dass der See etwa 110 Meter breit ist und eine Fläche von 10.000 Quadratmetern umfasst, das entspricht in etwa der Größe von acht olympischen Schwimmbecken. Andere bekannte Lavaseen liegen im Vulkan Ambrym im Südwestpazifik, Mount Erebus in der Antarktis, Erta Ale in Äthiopien, Masaya in Nicaragua, Nyiragongom in der Demokratischen Republik Kongo und Mount Yasar im Südpazifik.

Auch wenn die wenigsten die Antarktis mit Feuer verbinden dürften: Unter der kilometerdicken Eisdecke verbirgt sich eine ganze Vulkankette. 2017 entdeckten Forscher mit Hilfe von Radarsignalen 91 Vulkane unter dem Eis. Nun wollen sie herausfinden, wie viele der Vulkane noch aktiv sind, weil viele so tief unter dem Eis liegen, dass eine Eruption an der Oberfläche nicht zu sehen wäre. Allerdings würde das Eis direkt über dem Vulkan schmelzen und die Eisdecke deutlich destabilisiert werden.

 

 

 

 

 

Die Forscher warnen zudem, die Vulkane könnten aktiver werden, wenn die Eisdecke in der Antarktis weiter abnimmt und damit auch der Druck auf die Krater sinkt.

 

 

 

 

 

koe

 

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