Naturschutz – So viel kostet der Wolf in Deutschland

 

 

 

 

Hunderte Wölfe leben wieder in Deutschland. Das lassen sich die Bundesländer nach SPIEGEL-Informationen in diesem Jahr einen erheblichen Betrag kosten.

 

 

Der Wolf ist zurück in Deutschland, in fast allen Bundesländern haben sich die Tiere angesiedelt. Die Länder lassen sich das einiges kosten: Sie planen, wie eine SPIEGEL-Umfrage zeigt, in diesem Jahr mehr als 14 Millionen Euro für die freilebenden Wölfe ein.

 

 

Am meisten Geld stellt Sachsen zur Verfügung, dreieinhalb Millionen Euro, danach folgen Schleswig-Holstein mit 3,1 Millionen Euro und Niedersachsen mit 2,8 Millionen Euro. Das Geld fließt unter anderem in Schutzzäune für Weidetierhalter, Ausgleichszahlungen nach Wolfsrissen und Datensammlungen über die wilden Tiere etwa durch Kameras und Genbestimmungen.

 

 

Wolf im Gehege des Wildparks Neuhaus

 

 

Ost Deutschland ist Wolfsland

Derzeit ist von etlichen Dutzend Rudeln auszugehen, die einem weitläufigen Standort in Deutschland treu bleiben, hinzu kommen Paare und Einzelgänger. Insgesamt handelt es sich um rund 800 Tiere, wenn man die Angaben der Bundesländer addiert. Diese Gesamtzahl beinhaltet allerdings Doppelzählungen durch Gebietsüberschneidungen der Wildtiere; die Zahl durchziehender Wölfe ist andererseits nicht enthalten.

Die meisten Raubtiere leben in ostdeutschen Bundesländern: In Brandenburg wird die Zahl der residenten Wölfe auf 300 geschätzt, in Sachsen auf 160, in Sachsen-Anhalt auf 92. Niedersachsen liegt im Westen mit schätzungsweise 200 Exemplaren weit vorne – der nördliche Nachbar Schleswig-Holstein geht nur von zwei bis vier angesiedelten Wölfen aus.

 

 

 

Unterstützung von Schäfern

Hessen hingegen geht bisher davon aus, dass im Land kein Wolf residiert, registriert aber dennoch Wolfsschäden und Risse durch durchziehende Tiere. Das Land zahlt seinen Schaf- und Ziegenhaltern für fachgerechte Schutzmaßnahmen eine “Herdenschutzprämie” von 31 Euro Hektar: rund 500.000 Euro in 2019.

Auch der Bund zahlt für den Wolf: Seit Juli können Schäfer, die mit ihren Herden durch Gebiete mit Wölfen ziehen, für Schutzvorkehrungen Unterstützung des Bundes beantragen. Aus einem Förderprogramm steht nach Angaben des Agrarministeriums gut eine Million Euro bereit.

 

 

 

 

Der empfohlene Mindestschutz vor Wölfen besteht in den meisten Bundesländern aus einem 90 Zentimeter hohen Elektrozaun mit 2000 Volt Spannung. Über einen stärkeren Schutz von Weidetieren vor Wolfsattacken wird seit Längerem diskutiert.

 

 

 

 

 

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