Forscher entdecken Mischling aus Beluga und Narwal

Forscher entdecken Mischling aus Beluga und Narwal

Im verstaubten Archiv eines Museums lag jahrelang ein ungewöhnlich geformter Walschädel. Forscher haben das besondere Stück nun genauer untersucht und festgestellt: Es stammt von einem seltenen Mischwesen.

 

 

 

Forscher der Universität Kopenhagen haben einen Walschädel aus dem Archiv des Naturgeschichtlichen Museums Dänemark untersucht. Die Analyse zeigt: Der dazugehörige Wal ist entstanden, als sich eine Narwal-Kuh mit einem Beluga-Bullen gepaart hat. Es ist das erste Mal, dass Forscher ein Mischwesen aus diesen beiden Arten identifiziert haben.

Ein Jäger hatte das ungewöhnliche Tier in den Achtzigern in der Diskobucht an der Westküste Grönlands erlegt. Er hatte sich bereits damals über das ungewöhnliche Aussehen gewundert und den Schädel aufbewahrt. Einige Jahre später stieß ein Forscher zufällig auf den Fund und brachte ihn ins Naturgeschichtliche Museum Dänemark in Kopenhagen, wo das Stück zunächst verstaubte.

 

 

 

 

 

Nun haben Forscher um Eline Lorenzen von der Universität Kopenhagen den Schädel genauer analysiert. Mit modernen gentechnischen Methoden gewannen sie DNA aus den Zähnen des Wals. Die Proben verglichen sie mit dem Erbgut von jeweils acht lebenden Narwalen und Belugas aus demselben westgrönländischen Gebiet. Das Ergebnis: Der Walmischling ist zu 54 Prozent ein Beluga und zu 46 Prozent ein Narwal.

Die Schädel von (a) einem Narwal, (b) dem in der Studie analysierten Hybrid und (c) einem Beluga

Mikkel Høegh Post/Naturhistorisches Museum Dänemarks/dpa

Die Schädel von (a) einem Narwal, (b) dem in der Studie analysierten Hybrid und (c) einem Beluga

Bereits zuvor hatten Experten vermutet, dass es sich um einen Hybridwal handeln könnte. Darauf deutete bereits die Form des Schädels hin: Er ist größer als der von einem durchschnittlichen Narwal oder Beluga, die Zähne sind gänzlich anders angeordnet (siehe Bild oben). Allein anhand äußerer Merkmale ließ sich die Verwandtschaft allerdings nicht eindeutig belegen, schreiben die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift “Scientific Reports”.

 

 

 

 

 

Ein neues oder seltenes Phänomen

“Soweit wir wissen, ist unsere Studie der erste und einzige Nachweis dafür, dass sich ein Narwal und ein Beluga gemeinsam fortpflanzen können”, erklärt Lorenzen. Warum die Tiere sich gepaart haben, wissen die Forscher nicht. Sie gehen aber davon aus, dass solch ein Tête-à-Tête sehr selten ist oder die Wale erst in evolutionär jüngerer Zeit damit begonnen haben.

Darauf deuten frühere Genomanalysen hin. Demnach hat sich das Erbgut von Narwalen und Belugas in den vergangenen 1,26 Millionen Jahren nicht vermischt. Hätten sich die Arten in der Vergangenheit häufiger gepaart, wäre das heute in ihrer DNA sichtbar. Denkbar ist aber auch, dass sich die Hybriden nicht fortpflanzen können und ihre DNA somit nicht weitergegeben wird.

Beluga-Wale: Die erwachsenen Tiere sind am ganzen Körper weiß

Aaron Chown/Press Association/dpa

Beluga-Wale: Die erwachsenen Tiere sind am ganzen Körper weiß

Narwale und Belugas sind die einzigen in arktischen Gewässern heimischen Zahnwale und eng verwandt. Sie werden jeweils dreieinhalb bis fünfeinhalb Meter lang und paaren sich im Frühjahr. Ihr Aussehen und Verhalten unterschiedet sich jedoch.

Typisch für Narwale ist ihr langer, spiralförmiger Stoßzahn (siehe Bild unten). Ihre Beute – Fische, Tintenfische und Krebse – saugen sie mithilfe ihrer Lippen und ihrer Zunge an. Belugas sind auf Futtersuche deutlich flexibler. Mit ihren in Reihe angeordneten Zähnen können sie fast alles fressen. Charakteristisch ist ihre weiße Farbe.

Narwal: Typisch ist der spiralförmige Stoßzahn

Nature Picture Library/ imago images

Narwal: Typisch ist der spiralförmige Stoßzahn

 

 

 

 

 

 

 

Das nun identifizierte Mischwesen hat noch einmal andere Eigenschaften. Der Wal ernährte sich wohl auch nicht so wie sein Mutter- oder Vatertier. Seine Zähne stehen etwas schief nach außen ab. Die Forscher vermuten daher, dass er am Grund nach Nahrung suchte. Narwal und Beluga jagen dagegen weiter oben im Wasser.

 

 

 

 

Mit Material von dpa

 

 

 

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alexandra

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