Diese 9 Konzerne kontrollieren fast alles, was wir essen

Volle Regale, jede Menge verschiedene Marken und noch mehr Produkte – die Auswahl im Supermarkt ist so groß, dass man sich manchmal kaum entscheiden kann. Der Schein trügt: Tatsächlich wählen wir nur zwischen ein paar Großkonzernen.

 

„The Illusion of Choice“ – die Illusion einer Wahl: So heißt eine berühmte Infografik, die seit einigen Jahren in den Medien und sozialen Netzwerken kursiert. Sie zeigt einige der größten Lebensmittelkonzerne mit ihren verschiedenen Tochterfirmen und Beteiligungen.

 

 

 

 

Kaum ein anderes Bild verdeutlicht so eindrucksvoll, wie stark die Macht in der Lebensmittelbranche konzentriert ist: Ein paar Großkonzerne teilen den Markt unter sich auf – für uns Verbraucher ist es kaum möglich, den Überblick zu behalten.

Inzwischen ist die Grafik nicht mehr ganz aktuell, in den letzten Jahren haben sich Firmenbeteiligungen geändert, Marken wurden verkauft und Unternehmen haben fusioniert. Trotzdem bleibt eines gleich: Einige wenige Konzerne kontrollieren gemeinsam, was wir essen und trinken. Folgende Unternehmen zählen zu den größten Lebensmittelkonzernen weltweit. (Wir beziehen uns dabei auf die Forbes-Liste der 2000 erfolgreichsten internationalen Unternehmen 2018 und nennen die Firmen in alphabetischer Reihenfolge.)

 

1. Coca-Cola

Die Coca-Cola-Range 2015 (Foto: Coca Cola Deutschland)
Verschiedene Sorten Coca-Cola. (Foto: Coca Cola Deutschland)

Coca-Cola gilt als der weltweit beliebteste Softdrink. Zur Coca-Company gehören darüber hinaus aber auch Fanta, Sprite, Mezzo Mix, mehrere Wassermarken, Säfte, Energy-Drinks, Kaffee und Tee. Mit „fa!rlife“ hat Coca-Cola sogar eine eigene Milchmarke.

 

Unter dem Dach der Coca-Cola-Company vereinen sich mehrere hundert Marken, von denen nicht alle in Deutschland erhältlich sind. Diese Getränke gibt es auch bei uns zu kaufen:

  • Coca-Cola, Fanta, Sprite in verschiedenen Variatonen (light, zero, lemon, usw.)
  • Apollinaris, Vio, Sodenthaler, Bonaqa
  • Powerade, Vitamin Water, Fuze Tea, Lift

 

2018 hat sich Coca-Cola außerdem eine eigene Kaffeekette gekauft: „Costa Coffee“ – einer der größten Rivalen von Starbucks.

 

  • Marktwert der Coca-Cola-Company laut dem Wirtschaftsmagazin Forbes: 179,3 Milliarden Dollar (USA) + 18,8 Milliarden Dollar (Europäische Partner)

 

2. Danone

Danone ist vor allem für Milchprodukte bekannt. Viele davon sind stark zuckerhaltig. (Foto: Utopia/aw)

Der französische Konzern Danone zählt zu den größten Milchproduzenten der Welt. Das Unternehmen vertreibt aber auch zahlreiche Flaschenwasser und Babynahrung. Die bei uns bekanntesten Marken von Danone:

 

  • Actimel, Activia, Fruchtzwerge, Dani
  • Evian, Volvic, Badoit
  • Aptamil, Milupa
  • Medizinische Nahrungsmittel von „Nutricia“ (hochkalorische Trinknahrung, die unter anderem Krebspatienten zu sich nehmen)

 

In den USA heißt Danone „Dannon“ und ist dort ebenfalls erfolgreich.

  • Aktueller Marktwert von Danone laut Forbes: 48,9 Milliarden Dollar

 

3. Kellogg’s

Pringles Kellogg
Pringles gehört zur Kellogg Company. (Foto: CC0 Public Domain / Pixabay)

Bei Kellogg denkt man sofort an Cornflakes und Cerealien. Das ist zwar das Hauptgeschäft, darüber hinaus verkauft der Konzern aber auch Chips, Kekse und tiefgekühlte Lebensmittel. Zu Kellogg gehören unter anderem:

  • Pringles, Cheez-it
  • Froasted Flakes, Crunchy Nut, Froot Loops, Coco Pops, Smacks
  • Marktwert: 21,33 Milliarden Dollar

 

4. Mars

Mars Schokoriegel Palmöl
Schokoriegel von Mars Incorporated. (Foto: CC0 Public Domain / Pixabay)

Mars Incorporated produziert nicht nur den gleichnamigen Schokoriegel, sondern auch jede Menge andere Lebensmittel. 2008 hat Mars außerdem „Wrigley“ übernommen und stellt damit auch beliebte Kaugummisorten her. Die bekanntesten Marken von Mars:

  • Mars, Bounty, Milky Way, m&ms, Twix, Snickers, Balisto
  • Orbit, Extra, Hubba Bubba, Airwaves, Juicy Fruit
  • Mirácoli, Uncle Bens, Dolmio (Pastasaucen)

 

5. Mondelēz

Schokolade Milka Vollmilch
Milka gehört zu Mondelez. (Foto: Utopia/aw)

2012 wurde der Konzern „Kraft Foods“ in zwei eigenständige Unternehmen geteilt – die Kraft Foods Group und Mondelēz International. Mondelēz zählt heute zu den größten US-amerikanischen Lebensmittelherstellern und vertreibt zahlreiche Marken:

  • Schokolade: Milka, Oreo, Mikado, Toblerone, Cadbury, Dairy Milk
  • Philadelphia,
  • TUC, belVita,
  • Trident, Dirol, Stride, Halls
  • Marktwert: 57,9 Milliarden Dollar

 

6. Kraft Heinz

Heinz Ketchup
Weltberühmt: Der Heinz-Tomatenketchup. (Foto: CC0 Public Domain / Pixabay)

Kraft Foods wiederum fusionierte 2015 mit der „H.J.Heinz Company“ zur „The Kraft Heinz Company“. Der Konzern produziert und vertreibt Produkte von über 200 Marken – die bekanntesten davon sind Kraft Philadelphia und Heinz Tomatenketchup.

  • Marktwert: 72,2 Milliarden Dollar

 

7. Nestlé

KitKat & Nestea - zwei Nestlé-Marken
Instant-Tee und Kitkat – beides von Nestlé (Foto: Sven Christian Schukz / Utopia)

Nestlé gilt als der weltgrößte Lebensmittelkonzern weltweit und hat eine riesige Marken- und Produktpalette. Die verschiedenen Tochterfirmen vertreiben unter anderem Wasser, Softdrinks, Schokolade, Fertigprodukte, Eiscreme, Tierfutter, Kaffee und Kosmetik. Berühmte Lebensmittel-Marken, die zu Nestlé gehören:

 

  • Maggi, Thomy, Wagner Pizza, Buitoni
  • After Eight, Kitkat, Smarties, Lion, Rolo
  • Schöller, Mövenpick
  • San Pellegrino, Vittel, Nestea, Nescafé
  • Herta (Fleischproduzent)

 

2018 hat sich bei Nestlé einiges getan: Seit Mitte des Jahres kooperiert das Unternehmen mit Krombacher. Außerdem hat Nestlé einen milliardenschweren Kaffeedeal mit Starbucks abgeschlossen.

  • Marktwert: 237,3 Billionen Dollar
  • Mehr Informationen zum Konzern und seinen Marken: Nestlé-Marken: Diese Produkte gehören zum Unternehmen

 

8. PepsiCo

Chips Pepsi Dorito Lady Frauen
PepsiCo produziert nicht nur Pepsi, sondern auch Chips und andere Lebensmittel. (Foto: “Doritos now in American Flavor” von Funky Tee unter CC-BY-SA 2.0)

PepsiCo gehört laut Forbes zu den Top 3 der größten Lebensmittel- und Getränkekonzerne. PepsiCo sagt über sich selbst: „Wir besitzen 22 ikonische, milliardenschwere Marken.“

Zu PepsiCo gehört unter anderem:

  • Wassermarken: Aquafina, H2OH!
  • Softdrinks: Pepsi, Seven Up, Tropicana, und einige Energy-Drinks
  • Chips und Snacks: Lays, Doritos, Cheetos, Walkers
  • Quaker Oats (Haferflocken), Sabara (Brotaufstriche)

 

PepsiCo ist auch an Lipton Eistee beteiligt (gemeinsam mit Unilever). Außerdem hat PepsiCo schon seit Jahrzehnten eine Partnerschaft mit Starbucks.

 

In Deutschland sind Produkte von PepsiCo mit Ausnahme der berühmten Softdrinks eher weniger verbreitet. Wer im Urlaub ins Ausland fährt, hat jedoch sicher schon mal Chips, Säfte oder andere Lebensmittel von PepsiCo zu sich genommen.

  • Marktwert laut Forbes: 138,1 Milliarden Dollar

 

9. Unilever

Unilever Marken
Zu Unilever gehören hunderte Marken. (Foto: Foto: CC0 Public Domain / Pixabay.de, Utopia/ Sven Christian Schulz)

Besonders breit aufgestellt ist außerdem Unilever: Eis, Fertiggerichte, Getränke, Kosmetik und Reinigungsmittel – weltweit gehören rund 400 Marken zu dem Konzern. Nur ein Teil davon ist in Deutschland erhältlich, zum Beispiel:

  • Ben & Jerrys, Magnum, Langnese Cornetto, Solero
  • Knorr, Pfanni, Mondamin
  • Kosmetik: Dove, Axe, Rexona, duschdas, Signal
  • Reinigungsmittel: Domestos, coral, viss

 

Mit Lipton-Tee gilt Unilever außerdem als größter Teeverkäufer der Welt. Seit 2017 gehört auch die Bio-Teemarke „Pukka“ zum Konzern.

 

  • Marktwert von Unilever: 155,8 Milliarden Dollar
  • Mehr Infos: Unilever-Marken: Diese Produkte gehören zum Unternehmen

 

Die Lebensmittelkonzerne setzen auf Getränke

Ebenfalls auf der Infografik zu sehen sind „General Mills“ (z.B. Cini Minis) und „Associated British Foods“ (Ovomaltine).  Den Großteil ihrer Marken und Produkte gibt es in Deutschland nicht zu kaufen.

Was auffällt: Die meisten der Großkonzerne besitzen zahlreiche Getränkemarken. Das liegt daran, dass der Markt in diesem Bereich stark wächst: „Konsumenten wollen weiterhin mehr Geld für Getränke ausgeben. Sie wollen einfach größere Vielfalt“, erklärte Coca-Cola-CEO James Quincey in einem Interview.

 

Kritik an Nestlé, Unilever und Co.

Palmöl Greenpeace Nestlé Mars Pepsico Unilever

Hier wurde Regenwald vernichtet, um Platz für Palmöl-Plantagen zu schaffen (Indonesien) (Foto: ℗ Ulet Ifansasti / Greenpeace)

Eine weitere Gemeinsamkeit der Großkonzerne: Sie alle stehen immer wieder in der Kritik. Weil in Produktionsstätten teilweise Arbeiter ausgebeutet werden, sie Palmöl aus Regenwald-Plantagen beziehen, wegen irreführender Werbeversprechen oder Lebensmittelskandale.

 

 

 

 

Quelle

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