Christine aus Berlin: 7 Gründe warum ich zum Veganer geworden bin

 

Seit  über einem Jahr ernähre ich mich vegan. Es hat alles mit einer 30 Tage Challenge angefangen. Ich habe immer wieder und wieder von Freunden und Bekannten gehört, dass sie sich so viel fitter und wacher fühlen, seit sie sich vegan ernähren. Für mich als Schnarchzapfen, der nach 9 Stunden Schlaf um 11 Uhr vormittags schon wieder ein Nickerchen machen könnte, ein verlockendes Versprechen. Ein Tag ohne ständig müde zu sein und sich einen Kaffee nach dem anderen reinzuschütten? Das wäre grandios!

 

 

 

 

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Ich war schon seit 14 Jahren Vegetarier und deswegen dachte ich, ich mache für die Tiere eigentlich schon recht viel. Ich weiß noch, als mir ein Freund vor ein paar Monaten gesagt hat, dass auch Vegetarier indirekt Tiere töten. Ich habe mich aufgeführt wie die Axt im Walde. Ich fand es gemein, dass dieser Fleischfresser mir damit auch noch ein schlechtes Gewissen machen will. Erst jetzt verstehe ich, was er damit meinte. Wer sich dazu entschließ, vegan zu leben, der wird eigentlich nicht drum rum kommen, die Augen zu öffnen und nicht nur seine Ernährung, sondern auch seine moralischen Grundsätze gegenüber Lebewesen zu überdenken. Keine Angst, ich will euch hier nicht bekehren, der Typ Mensch bin ich nicht. Ich möchte nur erklären, warum ich mich nach den 30 Tagen dazu entschlossen habe, mich weiterhin vegan zu ernähren und euch ein paar Sachen erzählen, die ich gerne früher gewusst hätte, denn dann hätte ich schon vor 14 Jahren mich vegan zu ernähren. Mich stört es nicht, wenn andere Fleisch essen. Mich stört es aber schon, wenn sie nicht wissen, was sie damit fördern und unterstützen.

 

1. Warum ich zum Veganer geworden bin? Auch als Vegetarier tötet man Tiere.

Es gibt ja die unterschiedlichsten Ernährungsformen:

 

  • Fleischfresser: essen neben pflanzlichen Lebensmitteln Fleisch und tierische Produkte
  • Flexitarier: ernähren sich hauptsächlich vegetarisch, aber essen auch gelegentlich Fleisch
  • Vegetarier: ernähren sich nicht von Fisch und Fleisch, nehmen aber tierische Produkte in Form von Milch, Eiern und Honig zu sich. (Hier gibt es noch ganz viele Unterschiede, aber ich denke für die grobe Erklärung reicht das.)
  • Pescetarier: Pseudo-Vegetarier, die sich in der Regel rein pflanzlich ernähren, aber Fisch und andere Meerestiere verzehren.
  • Dann gibt es noch Frutarier, Freeganer, Rohköstler und eben Veganer.

 

Ich bin nun also seit fünf Monaten Veganer und verzichte auf alle Produkte, die vom Tier kommen. Also Eier, Milch, Honig etc. Es gibt einige Gründe, warum ich das mache. Ein sehr großer, für den man, wie es mir scheint, immer ein bisschen belächelt wird, sind die Tiere. Ich kann mir nicht einen Hund halten und dieses Tier über alles vergöttern, aber im Gegenzug ein Schwein für mein Essen töten. Ich sehe in einem Tier ein intelligentes Lebewesen mit einem ausgeprägtem Sozialverhalten. Ich möchte es nicht leiden sehen und schon gar nicht töten. Leider musste ich mir auch eingestehen, dass ich als Vegetarier für das Leid der Tiere verantwortlich bin. Das war mir nie so wirklich bewusst. Wenn ich Eier esse, dann unterstütze ich damit, dass 40 Millionen männliche Küken getötet werden. Zum Eierlegen sind sie nutzlos und als Masthuhn nicht profitabel genug. Wer wer möchte kann das anschauen „Wertlos – Millionenfaches Töten von Küken

 

Habt ihr euch schon einmal Gedanken darüber gemacht, wo die Milch herkommt? Genauso wie bei Menschen kann eine Kuh nur Milch geben, wenn sie Mutter geworden ist. Die Kälber werden dem Muttertier kurz nach der Geburt weggenommen und entweder sofort oder nach einem kurzen qualvollen Leben getötet.

 

2. Warum ich zum Veganer geworden bin? Ich möchte nicht mehr die Augen verschließen.

Ich habe es ja schon in der Einleitung geschrieben: Wenn man sich für Veganismus interessiert, dann stößt man auf ganze viele unschöne Fakten, wie die über die Ei- und Milchproduktion.
Leider wird, meiner Meinung nach, viel zu wenig Aufklärung betrieben. Ich finde, jeder sollte wissen, was es unterstützt und tut, wenn er Fleisch oder tierische Produkte konsumiert. Wenn es ihm egal ist, dann akzeptiere ich diese Entscheidung, doch viele wissen gar nicht, was alles dahinter steckt.

 

Jeder Deutsche verspeist in seinem Leben durchschnittlich 1.094 Tiere. Für 250 g Fleisch verbraucht man 2.400 Liter Wasser. Möchte das mal jemand hochrechnen? Ich kann nur jedem empfehlen, den Film Cowspiracy zu schauen. Seit ich vegan bin, weiß ich auch, dass man leider keiner Umweltorganisation glauben kann. Laut eines UN Berichts ist der maßgebliche Grund für die Umweltzerstörung nämlich die Viehhaltung. Es macht nur keiner zum Thema, weil es sehr unsexy ist, den zahlenden Mitgliedern die reine Wahrheit zu sagen. Jede Umweltorganisation müsste sagen: „Wenn Sie was für die Umwelt tun wollen, dann ernähren Sie sich vegan.“ Davon würden sich jedoch sehr viele auf den Schlips getreten und persönlich angegriffen fühlen, weil man möchte, dass sie ihr Leben ändern, weil sie in ihrem jetzigen Leben Umweltsünder sind. Das möchten die großen Umweltschutz-Organisationen nicht. Sie fahren die Weichspülermasche: Duschen Sie kurz. Fahren Sie Fahrrad, lassen Sie das Licht nicht brennen.

 

Ein Mensch, der sich vegan ernährt, spart täglich 4.200 Liter Wasser. Außerdem rettet man mit veganer Ernährung 2,8 Quadratmeter Regenwald, weil dieser nicht abgeholzt würden müsste, für das Futter der Tiere, die man isst. Hinzu kommt die Rettung der Tierleben. Vielleicht habt ihr jetzt schon ein komisches Gefühl im Bauch? Vielleicht wollt ihr auch am liebsten jetzt schon wegklicken und lieber ein süßes Schweinevideo auf YouTube anschauen? Es tut mir Leid, ich weiß, das ist ein echt hartes Thema und auch ich hatte am Anfang zu kämpfen. Da will man so viel Gutes tun, läuft zum Bäcker anstatt das Auto zu nehmen, spart Wasser, wo man nur kann, aber das ist nicht die Lösung. Keiner kann die Umwelt schützen, wenn er Fleisch isst. Ich kann euch nur ans Herz legen den Film Cowspiracy anzuschauen. Es ist die brutale Wahrheit darüber, wie die Fleischlobbyisten Spendengelder an die Umweltorganisationen schicken, um ihnen damit das Maul zu stopfen und das Thema nicht an die große Glocke zu hängen.

 

3. Warum ich zum Veganer geworden bin? Ich möchte mich gesund ernähren.

Nur weil man sich vegetarisch oder vegan ernährt, heißt das nicht automatisch, dass man sich auch gesund ernährt. Ich glaube, ich war ein sehr, sehr ungesunder Vegetarier. Jetzt versuche ich wirklich auf meine Ernährung zu achten. Es gibt unter den Veganern sogenannte „Puddingveganer“, die sich ausschließlich von Fertigprodukten ernähren. Ich versuche, ganz viel frisches Gemüse zu mir zu nehmen und viel auf Weizenmehl zu verzichten. Seit ich in Sri Lanka war, gibt es bei mir zum Frühstück ein indisches Dahl oder Milchreis mit Sojamilch. Außerdem ganz viel Curry mit Reis und Fruchtshakes. Ich habe einen echt guten Mixer und ich liebe ihn. Jeden Tag haue ich das unterschiedlichste Obst rein und bin jedes Mal aufs Neue erstaunt, wie viel Obst ich dadurch zu mir nehme. Das Einzige, was ich zusätzlich nehmen muss, ist B12. Hippokrates hat schon gesagt: „Lass die Nahrung deine Medizin sein!“

 

Ich habe so eine extreme Veränderung gemerkt, als ich mich von der vegetarischen auf die vegane Ernährung umgestellt habe. Ich war endlich wieder wach und geistig fit. Ich schlafe immer noch meine 8 bis 9 Stunden in der Nacht, aber ich bin tagsüber nicht mehr müde. Vor allem nach dem Essen habe ich nicht mehr dieses Mittagstief. Dieser Zustand hat mein Leben wirklich verändert. Ich habe die 30 Tage Challenge mit meinem Freund gemacht und bei ihm war das genau so. Er ist nur ein totaler Fleischliebhaber. Für sich hat er sich jetzt die Regel gesetzt, unter der Woche vegan zu essen und sich am Wochenende zu erlauben, ein Stück Fleisch zu braten. Ihr seht, es muss auch kein Ganz-oder-gar-nicht geben.

 

4. Warum ich zum Veganer geworden bin? Ich möchte Vorurteilen abbauen.

Nein, ich bin keine esoterische Ökotante, nur weil ich mich vegan ernähre. Ich bin auch kein Trendopfer. Ich bin ganz normal und möchte Anderen zeigen, wie einfach es eigentlich ist, sich vegan zu ernähren. Auch wenn man viel unterwegs ist. Vegan sein bedeutet nicht zu verzichten, sondern ganz neue Dinge zu entdecken. Oft stecken wir einfach in unserem täglichen Trott fest. Nicht nur bei der Arbeit, sondern auch beim Essen. Früh gibt es ein Müsli, mittags das Kantinenessen und abends ein Brot. Seitdem ich mich vegan ernähre, habe ich so viele neue Lebensmittel kennengelernt und richtig Spaß am Kochen gefunden. Ich gebe zu, ich habe es auch super einfach – ich lebe in Berlin. Hier gibt es in jedem Bioladen vegane Produkte und so viele Restaurants, die vegane Speisen anbieten. Es gibt aber auch eine Liste mit Online-Shops, die ich euch HIER verlinken möchte. Ich selber habe schon einmal bei smilefood bestellt und immer wenn ich zu meinen Eltern fahre, die sich nicht so gut auskennen, bestelle ich Sachen und lasse sie zu Ihnen schicken. Man muss auf Nichts verzichten, man sucht sich eben nur Alternativen: Ich trinke meinen Kaffee mit Reismilch, ich koche mit Hafersahne, ich backe ohne Eier. Ich gebe zu, am Anfang muss man sich ein bisschen reinfuchsen und ich stand manchmal ratlos im Supermarkt und habe die Zutaten von Produkten studiert. Es war mir beispielsweise nie so bewusst, dass in Pesto Käse drin ist. Aber ich liebe Herausforderungen und mir hat es Spaß gemacht, meine Produkte im Supermarkt zu finden. Wenn man sich einmal reingefuchst hat, dann geht es super schnell. Der erste Einkauf wird etwas teurer, weil man sich ein paar Basics kaufen muss, wie beispielsweise Mandelmus oder Agavendicksaft, aber danach gibt man nicht mehr aus.

 

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Auch das Essen gehen ist kein Problem. Bei Asiatisch kann man fast nichts falsch machen. Meistens sind die Nudeln aus Reismehl und die Saucen mit Kokosmilch. In der indischen Küche ist das ähnlich. Beim Italiener gibt es Pizza ohne Käse oder Nudeln mit Tomatensauce. Daran erkennt ihr auch, wie gut der Italiener ist. Nur die schlechten schütten Sahne in ihre Tomatensauce. Auch bei der arabischen Küche werdet ihr ganz viele, leckere Sachen finden. Ich liebe Hummus und Falafel. Nur die deutsche Küche ist etwas schwierig. Ich war jedoch erst kürzlich im Hochschwarzwald und habe einfach nett nachgefragt, ob sie mir etwas veganes kochen können. An einem Tag gab es Nudeln mit Gemüse und Tomatensauce und am anderen Tag Rosmarinkartoffeln mit Rotkohl und Salat. Es war super lecker! Was ich hier auch mal erwähnen muss und echt toll finde – die Deutsche Bahn bietet vegane Speisen an und kennzeichnet diese auch. Ich nehme mir, wenn ich verreise, für das Frühstück oft einen Aufstrich und einmal Erdnussbutter mit. Die gibt es im Reformhaus auch in kleinen Portionen, perfekt zum Mitnehmen. Dann gibt es ein Brot mit Aufstrich und Gemüse, viel Obst und wenn Sojamilch vorhanden ist auch einmal ein Müsli.

 

6. Warum ich zum Veganer geworden bin? Ich wünsche mir Gleichberechtigung.

Ich liebe Gerechtigkeit und Gleichberechtigung. Nicht nur unter Menschen, sondern auch unter Tieren. Wer sich mit dem Thema Veganismus beschäftig, wird auch vom Karnismus hören. Ich habe früher auch anders gedacht. Ich war ein sogenannter Pescitarier und habe ab und zu Fisch gegessen. Warum? Weil ich kein Mitleid mit ihnen als Tier hatte. Seit ich mich darüber informiert habe, wie es beim Fischfang zugeht und und mir eben Gedanken über Karnismus gemacht habe, denke ich da anders. So viele lieben ihre Haustiere, aber haben kein Problem damit Kühe, Schweine und Rinder zu essen. In Europa findet man es widerlich, einen Hund zu essen. In China ist es selbstverständlich. Viele würden es auch eklig finden, wenn sie Pferdesalami auf dem Brötchen hätten anstatt Rind. Warum eigentlich? Hunde sind nicht intelligenter als Schweine, trotzdem haben wir Menschen entschieden, dass man Schweine essen darf.

 

5. Warum ich zum Veganer geworden bin? Der Umwelt zuliebe.

Ich reise viel. Sehr viel. Soweit es geht, versuche ich, die Bahn zu nehmen, doch oft komm ich um das Auto oder Flugzeug nicht rum. Klar, mache ich mir darüber Gedanken und finde es nicht spitze. Aber ich denke, dass ich da wieder einiges gut machen kann, indem ich mich vegan ernähre. Was die wenigsten wissen – der weltweite Fleischkonsum ist der größte Verursacher von Treibhausgasemissionen. Mehr als der gesamte mit Kraftstoff betriebene Verkehr. Wenn jemand in Deutschland ein Kilo argentinisches Rindfleisch isst, dann verursacht das laut einer Studie der Universität Wien genauso viel CO2 Emission wie eine Autofahrt von 1.600 Kilometer mit einem durchschnittlichen, europäischen PKW. Bei einem Kilo Tofu ist das beispielsweise nur eine Fahrt von 19 Kilometern. So versuche ich also meinen Schaden an der Umwelt damit etwas einzuschränken.

 

Irgendwie kommt auch oft der Zusammenhang auf, dass Veganer und Vegetarier an der Abholzung des Regenwald schuld seien. Es sei euch gesagt: Rund 80% der Sojabohnen und rund 50% des angebauten Weizens weltweit werden jedoch für die Fütterung von Masttier verwendet. Das meiste Tofu bei uns im Supermarkt kommt aus Italien oder Österreich. Achtet darauf, dass auf der Verpackung Bio draufstehen, weil es dann garantiert nicht aus Gentechnik kommt. Ansonsten bin ich dem Bio-Siegel gegenüber auch sehr skeptisch. Nur weil Bio draufsteht bedeutet das nicht, dass das Tier eine artgerechte Haltung hat. Artgerecht wäre nur, wenn es sich frei bewegen darf. Auch bei der Bio-Haltung werden die Kühe künstlich befruchtet und ihnen das Kalb kurz nach der Geburt weggenommen. Auch die Küken, die keine Eier legen können, werden aussortiert und getötet. Wer bio kauft, kauft keine glückliche Kuh, die auf der Almwiese gelebt hat.

 

7. Warum ich zum Veganer geworden bin? Ich möchte nicht missionieren und auch nicht missioniert werden.

Wie gesagt, ich möchte niemanden bekehren. Ich möchte niemanden mit einem Steak gegenüber sitzen und sagen: „Na, wie schmecken deine Leichenteile?“ Ich finde das albern und es bringt nichts. Ihr seid alle freie, erwachsene Menschen und könnt für euch selber entscheiden. Ich kann euch höchstens einen Denkansatz geben, indem ich über meine eigenen Erfahrungen spreche. Was ich jedoch nicht mehr hören kann sind Sätze wie: „Musst du denn gleich so übertreiben? Reicht es nicht Vegetarier zu sein?“ Nein, reicht es für mich nicht, denn als Vegetarier konsumiere ich Produkte wie Milch, Eier und Honig, welche das Tierleiden unterstützen. Diese Produkte haben, wie oben schon erklärt viele unschöne Begleiterscheinungen. Mich ärgert es, wenn meine Entscheidung nicht einfach hingenommen wird. Genauso finde ich es sehr schade, dass, obwohl man versucht einen Schritt in die richtige Richtung zu gehen, immer mit dem Zeigefinger auf einen gezeigt wird. Ich sehe das als eine typisch deutsche Eigenschaft an. Wenn da jemand kommt und darüber redet, wie er versucht sein Leben zu verbessern, dann versucht man irgendwas Negatives zu finden, um doch noch mit dem Zeigefinger auf ihn zu zeigen. Man hinterfragt selten seinen eigenen Lebensstil, oft aus Bequemlichkeit, macht aber gerne die Anderen schlecht. Ich weiß noch, als ich am ersten Tag meiner Vegan-Challenge meinen Einkauf gepostet habe. Es hagelte Kommentare wie „Du verbrauchst zu viel Müll.“, „Das ist ja alles in Plastik eingepackt!“ und „Aber du trägst ja noch Lederschuhe.“. Ich verstehe nicht, warum man jemanden, der seinen Lebensstil ändern will, gleich mit so vielen negativen Kommentaren bombardieren muss. Jeder Anfang ist erst einmal schwer und wenn man einen Schritt geht und dann gleich verurteilt wird, fühlt sich das nicht gut an. Klar, ich habe am Anfang erst einmal viele Fertigprodukte gekauft, weil ich erst mal Kochen lernen und mich mit der Ernährung beschäftigen musste. Vegan werden ist ein Prozess, in dem man immer besser und bedachter wird. Ja, ich trage auch noch Lederschuhe, weil ich es nicht nachhaltig finde, sie jetzt einfach auf den Müll zu werfen. Ich würde mir aber keine mehr kaufen. Ich habe in letzter Zeit bei armedangels.com viel bestellt. Ihr Motto lautet: „WE LOVE BEAUTIFUL PRODUCTS. WE THINK ORGANIC AND WE BELIEVE FAIRNESS IS NEVER OUT OF FASHION.“ Armedangels will zeigen, dass bio und fair auch schön und modern sein kann und das finde ich richtig, richtig gut, denn oft haben viele noch so ein veraltetes Bild. Der blaue Mantel auf den Fotos hier, das lila Kleid und das florale T-Shirt sind alle von der Marke.

 

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Ich freue mich auch ganz besonders, dass es ab heute LOVECO Online-Shop an den Start geht. Den Laden dazu gibt es in meinem Bezirk Berlin Friedrichshain. Für mich natürlich toll, weil ich um die Ecke wohne. Aber für alle die nicht in Berlin wohnen?

 

Love

 

Der Online-Shop ist entstanden, um noch mehr Menschen für ökofaire Mode zu begeistern und auch Nicht-BerlinerInnen, oder Menschen, die einfach viel zu tun haben den Zugang zu Eco Fashion Brands zu erleichtern. Armnangels ist natürlich auch dabei und haben anlässlich des Fashion Revolution Day ein beeindruckendes Video gedreht, das zum Nachdenken anregt.

 

 

Am 24. April 2013 soll die Modewelt für einige Sekunden still stehen. In Dhaka, Bangladesch stürzt eine marode Textilfabrik ein und wird zum Symbol weltweiter Ungleichheit. Bei der schwersten Katastrophe in der Geschichte der Textilindustrie müssen mehr als 1134 Menschen sterben, um den Hunger nach billiger Kleidung zu stillen. Um auf die Missstände und menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen in Textilfabriken aufmerksam zu machen und zum Umdenken in der Modeindustrie aufzufordern, findet jedes Jahr am 24. April der Fashion Revolution Day statt.

 

Vielleicht habe ich den ein oder anderen von euch mit diesem Post inspiriert und zum Nachdenken gebracht. Das würde mich sehr freuen. Wenn nicht, dann macht es auch nichts. Nur bitte ich euch alle, hört auf mit dem Zeigefinger auf andere zu zeigen und sie schlecht zu machen, wenn sie ein anderes Lebensmodell wählen möchten. Denkt lieber darüber nach, warum ihr das macht, denn genauso wie beim Neid ist es auch beim Lästern über andere Menschen – man selbst hat eigentlich ein Problem.

 

Was ich zum Schluss noch sagen möchte: Ich bin keine Heilige. Manchmal habe ich auch schwache Momente. Manchmal sind mir das auch alles viel zu viele Fragen. Ich hatte es ja schon geschrieben, sich vegan ernähren ist ein Prozess. Ist man bei der Nahrung angekommen, geht es immer weiter und weiter und es kommen immer mehr Fragen auf: Was ist vegane Kosmetik? Wie es gibt auch veganen Wein? Meine Klamotten können auch vegan sein? Und das Putzmittel? Und ist es ok, dass ich mein Haustier mit Fleisch füttere? Was ist eigentlich mit meinem Strom? Ich habe noch so viele Fragen, auf die ich für mich selbst keine Antwort gefunden habe. Es geht mir auch nicht nur darum vegan zu sein, sondern auch um die faire Herstellung von Produkten. Ich werde sicher nicht der weltbeste Veganer werden, aber ich möchte mich mit all diesen Fragen beschäftigen und wenn ihr möchtet, lasse ich euch gerne daran teilhaben. Es würde mich sehr interessieren, wie ihr dazu steht und was euch interessiert und es würde mich sehr freuen, wenn ihr mir ein paar Zeilen in den Kommentaren hinterlasst.

 

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Christine Neder

 

 

 

 

 

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