CBD könnte Psychosen durch Umkehrung der Gehirnveränderungen behandeln

 

 

 

 

CBD behandelt nicht nur die Symptome einer Psychose. Es verändert vielmehr die physischen Strukturen im Gehirn — und sobald sich diese Strukturen ändern, lässt das psychotische Verhaltens deutlich nach.

Einer der Wirkstoffe in Cannabis könnte neuen Forschungsergebnissen zufolge schon in naher Zukunft das am häufigsten verschriebene Antipsychotikum auf dem Markt sein.

Es ist seit langem bekannt, dass Cannabidiol (oder CBD) einigen Effekten der psychoaktiven Wirkungen von THC (Tetrahydrocannabinol) entgegenwirkt. Kürzlich haben Forscher herausgefunden, dass diese Eigenschaften die Symptome einer Psychose mildern können.

 

 

 

 

CBD kann eine Psychose umkehren, während gleichzeitig deren Symptome behandelt werden

Laut einem Artikel im Schizophrenia Bulletin könnte CBD ein Katalysator für die Umkehrung einer Psychose sein und nicht nur die Symptome behandeln. Dieser Durchbruch könnte einen entscheidenden Wandel für Psychosepatienten bewirken und den Millionen von Menschen, die an der Krankheit leiden, ein neues Leben geben — und den weiteren Millionen von Menschen, die nur vorübergehend an einer Psychose leiden, echte Hilfe leisten. Immerhin haben etwa 3 Prozent aller Menschen irgendwann in ihrem Leben eine psychotische Phase.

 

 

 

 

 

Die Verwendung von Cannabis als potenziellem Therapeutikum bei Psychosen ist zwar relativ neu, der Zusammenhang zwischen Pflanze und Krankheit ist jedoch seit Jahrzehnten bekannt. Der Ruf, den Cannabis wegen der  Verursachung von Paranoia hat, kommt von den psychoaktiven Effekten von THC, das bei einer kleinen Gruppe von Konsumenten nachweislich bestimmte Irrationalitäten verursacht. Die Auswirkungen sind in der Regel mild, was zum Teil auf die Wirkungen von CBD zurückzuführen ist, welches die psychoaktiven Eigenschaften von THC abschwächt. Bei einer kleinen Gruppe von Anwendern indes, die bereits anfällig für Psychosen sind, können sich nach der Verwendung von THC eine Zunahme psychotischer Symptome oder plötzliche Ausfälle einstellen.

 

THC ist ein psychoaktives Cannabinoid. In der Cannabispflanze sind mehr als 150 versch. Cannabinoide vorhanden. Darunter auch CBD, welches zunehmend in der Schmerzbehandlung und Epilepsiebehandlung Anwendung findet.

 

 

 

 

 

Welches sind die Merkmale einer Psychose?

Das Auftreten psychotischer Symptome nach der Einnahme von Fremdsubstanzen oder Wirkstoffen wird als Psychomimesis bezeichnet und ist grundlegender Bestandteil der wissenschaftlichen Lehre. Bei der Untersuchung, was psychotische Störungen auslöst, haben Wissenschaftler die genauen Mechanismen herausgearbeitet, die für den Zustand verantwortlich sind, der durch Abweichungen von der Realität  gekennzeichnet ist, wie etwa Wahnvorstellungen, Delirium und Halluzinationen.

Wenn diese Ausbrüche immer häufiger auftreten, wird bei einem Patienten normalerweise eine Psychose oder eine spezifischere psychotische Erkrankung wie Schizophrenie diagnostiziert werden Während Patienten mit diesen Symptomen behandelt werden können, gibt es keine bekannte Heilung – und die Medikamente wirken nicht bei jeden Betroffenen. Antipsychotika sind nach wie vor ein wichtiger Weg für den wissenschaftlichen Fortschritt, sowohl bei den Behandlungsmethoden als auch beim besseren Verständnis der Ursachen der Erkrankung.

 

Psychosen erzeugen häufig einen Realitätsverlust beim Patienten.

 

 

 

 

Ist CBD womöglich die bessere antipsychotische Behandlung?

Die neue Forschung zeigt zum ersten Mal, dass wiederholte Gabe von CBD bestimmte Verhaltensweisen verhindern, die als Vorläufer für psychotische Störungen bekannt sind. Diese Verhaltensanpassungen umfassen soziale Interaktionen und das Erkennen neuer Objekte, was Menschen mit Psychosen beides sehr schwerfällt.

Und das ist nur der Anfang. Die Wissenschaftler entdeckten auch, dass eine 28-tägige CBD-Behandlung bei psychotischen Mäusen erstaunliche Effekte auf ihr Gehirn hatte, indem es die Aktivierung von Neuronen und Mikroglia verhinderte und die Anzahl der parvalbumin-positiven Nervenzellen im mittleren Bereich der vorderen Hirnrinde verringerte. Das alles klingt nach medizinischem „Fachchinesisch“, aber das zugrunde liegende Konzept ist einfach zu verstehen: CBD behandelt nicht nur die Symptome. Es verändert vielmehr die physischen Strukturen im Gehirn — und sobald sich diese Strukturen ändern, lässt das psychotische Verhaltens deutlich nach.

 

 

 

 

 

Werden diese Ergebnisse auch beim Menschen funktionieren?

Es gibt gute Gründe zu der Annahme, dass diese Laboreffekte sich auch in Versuchen am Menschen zeigen werden. Zum einen wurden mehrere ähnliche Studien durchgeführt, allerdings ohne in das Gehirn zu schauen. Eine Durchsicht antipsychotischer Studien der letzten 30 Jahre in der Zeitschrift Current Pharmaceutical Design [Aktuelle Entwicklung der Pharmazie] ergab, dass CBD die Entwicklung von Psychose bei Menschen blockierte und bei Patienten mit Schizophrenie wirksam war. Das Beste von allem jedoch ist, dass CBD ein bemerkenswertes Sicherheitsprofil aufweist. Für Patienten mit Psychose ist das von enormer Bedeutung. Bei regelmäßig verabreichten Antipsychotika ist die Liste der Nebenwirkungen schwerwiegend und deutlich umfassender. Dazu gehören normale (wenngleich nur lästige) Wirkungen wie Schläfrigkeit, Schwindel, Mundtrockenheit und Verstopfung, sowie schwerwiegendere Probleme wie etwa unkontrollierbares Zittern, Ausfälle und eine verringerte Anzahl weißer Blutkörperchen (das Medium zur Abwehr von Infektionen).

Anders ausgedrückt: Die Einnahme von Medikamenten zur Bekämpfung der Psychose kann dazu beitragen, dass die Patienten wieder in die Realität zurückkehren, der Preis dafür ist jedoch hoch. Das kann dazu führen, das Menschen an das Haus gefesselt sind, weil sie Gefahr laufen, sich irgendwo zu infizieren und mithin leicht krank zu werden, und es kann zu lebensbedrohlichen Anfällen führen.

 

 

 

 

 

 

 

Deshalb ist CBD so eine große Sache. Es kann genauso gut zur Behandlung psychotischer Symptome beitragen, ohne dabei die motorische Funktion des Patienten zu beeinträchtigen. CBD hat als Antipsychotikum, insbesondere bei Schizophrenie, eine glänzende Zukunft, aber das ist erst der Anfang. Wissenschaftler beginnen erst zu entdecken, warum CBD auf diese Weise funktioniert, und diese Entdeckung könnte völlig neue Wege der Forschung und Erforschung darüber eröffnen, wie unser Gehirn arbeitet und die Welt interpretiert.

 

 

 

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