Airline KLM fordert Kunden auf, weniger zu fliegen

Airline KLM fordert Kunden auf, weniger zu fliegen

 

 

 

 

Fliegen ist klimaschädlich, das wissen auch die Airlines. Die niederländische KLM fragt ihre Kunden nun: “Könnten Sie nicht auch mit dem Zug fahren?” Was klingt wie die Abschaffung des Unternehmens, dürfte clever kalkuliert sein.

 

 

 

Fluglinien gehören in Zeiten der Klimakrise zu der Art von Unternehmen, die es nicht leichter haben werden in den kommenden Jahren. Der massive Ausstoß von Kohlendioxid durch Flugzeuge schädigt das Klima massiv: Regelmäßig tauchen Fluggesellschaften in den Emissionsrankings der größten CO2-verursachenden Firmen weit oben auf. Auch das Bewusstsein der Verbraucher ändert sich immer stärker. Viele nehmen bei Inlandsreisen lieber den Zug, selbst wenn es länger dauert.

Umso erstaunlicher wirkt eine Werbekampagne der niederländischen Fluggesellschaft KLM, die auf den ersten Blick eher das Gegenteil zu sein scheint. Glaubt man den Beteuerungen von KLM-Chef Pieter Elbers, geht es dem Unternehmen darum, die Zahl der Flüge zu verringern. Im Video “Fly Responsibly”, mit dem das Unternehmen auch sein hundertjähriges Bestehen feiert, fragt Elbers: “Müssen Sie sich immer persönlich treffen?” “Könnten Sie nicht auch mit dem Zug fahren?”

 

Ein Bild aus der KLM-Kampagne "Fly Responsibly"

 

 

 

Cleverer PR-Schachzug

Die Kampagne soll Reisende und die Luftfahrtindustrie ermutigen, die Umweltauswirkungen des Fliegens zu berücksichtigen, so scheint es. Zudem fordert KLM, verantwortungsbewusster zu fliegen, um eine nachhaltige Zukunft für die Luftfahrt zu schaffen. Schon beim Gepäck sollten Passagiere sparsam sein, um durch geringeres Gewicht den Kerosinverbrauch von Flugzeugen zu reduzieren.

 

 

 

Was zunächst so wirkt, als würde sich KLM mit der Kampagne selbst abschaffen wollen, dürfte langfristig eine clevere Strategie sein. Denn umweltbewusste Menschen, die ab und zu fliegen müssen, tun das womöglich lieber mit einem Unternehmen, das öffentlich bekundet: Ganz vermeiden lassen sich Flüge nicht, aber bei uns gibt es ein Bewusstsein für das Emissionsproblem der Luftfahrt. Schon länger wirbt KLM damit, dass es großen Wert auf Umweltschutz legt.

 

 

 

 

 

Kritiker bemängeln allerdings, dass solche Werbeslogans eher von den grundsätzlichen Problemen ablenken würden. Um die Luftfahrt nachhaltiger zu gestalten, heiße die Antwort nicht allein, weniger zu fliegen, sagte Anna Hughes von der britischen Umweltorganisation Flight Free UK.

 

 

 

Stattdessen brauche es neue umweltfreundliche Technologien, um nicht mehr abhängig von fossilen Brennstoffen zu sein. In solche Verfahren müssten Fluggesellschaften investieren. Laut KLM fliege man mehr und mehr mit umweltfreundlicheren Treibstoffen, die CO2-Emissionen um bis zu 85 Prozent pro Flug reduzieren könnten.

Die Einführung einer CO2-Gebühr auf Flugreisen sieht KLM dagegen kritisch

 

 

 

Zurückhaltender reagierte das Unternehmen dagegen auf Forderungen nach einer nationalen CO2-Gebühr auf Flüge in den Niederlanden. Dann würden die Passagiere mit dem Auto Flughäfen im Ausland anfahren und von dort fliegen, so das Unternehmen. Sinnvoller sei dagegen ein globaler Ansatz, zudem müssten die Einnahmen aus so einer Gebühr in eine nachhaltige Luftfahrt investiert werden und dürften nicht in der Staatskasse landen. Eine Gebühr auf Flüge für den Ausstoß von Kohlendioxid fordern verschiedene Experten schon länger. Das würde Flüge teils drastisch verteuern.

 

 

Übrigens gibt es durchaus etwas, das Sie tun können, wenn sich ein Flug einmal doch nicht vermeiden lässt. Die Organisation Atmosfair beispielsweise will einen Ausgleich für Emissionen aus Flugreisen und Kreuzfahrten schaffen. Dort können Passagiere Geld spenden, die Höhe berechnet sich aus der Menge des durch den Flug verursachten CO2s. Dieses freigesetzte Kohlendioxid wird eingespart, indem Atmosfair mit den Spenden weltweit Projekte zum Energiesparen oder zur Erzeugung von Ökostrom fördert. Andere Anbieter solcher Modelle sind etwa Klima-Kollekte, Primaklima, Myclimate, ClimatePartner, Klimamanufaktur und Arktik.

 

 

 

 

 

joe

 

 

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alexandra

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